2010 hatte ich die Gelegenheit, das sogenannte "Motherhouse", Mutter Teresas Spital und Lebenswerk in Kalkutta, zu besuchen. Demzufolge war ein Besuch in Pristina beinahe Pflicht, denn dort gedenkt man heute auf spezielle Art und Weise an die kleine und zierliche, aber starke Albanerin mit überdimensionalem Herz und Verstand. In Pristina bauen sie gerade eine Kathedrale zu Ehren von Mutter Teresa, und eine kleine, unscheinbare Statue inmitten einer malerischen Fussgängerzone, versteckt hinter einigen Baumkronen, am Fusse eines schlichten Mehrfamilienhauses im Zentrum der Stadt erinnert zusätzlich an diese stets bescheiden gebliebene Frau und ihre Taten.





Ich und Franziska flogen für sehr wenig Geld nach Pristina. Der erste Eindruck und der Empfang war wie erwartet sehr positiv. Die Leute sind sehr herzlich und auch hilfsbereit. Sie sind sehr gastfreundlich und freuen sich, wenn sich die Gäste wohl fühlen. Ich sprach mit ihnen auf Italienisch oder Englisch; damit kommt man normalerweise gut durch. -Das Hostel "White Tree", im Zentrum Pristinas (gleich hinter der Kathedrale) ist absolut der Hammer. Im gemütlichen Outdoor-Bereich, der mit orientalischen Tüchern und vielen farbigen Lämpchen dekoriert ist (beinahe wie in Goa am Strand :) ), servierten sie uns einen leckeren Willkommensdrink nach freier Wahl; die Stimmung war im Nu super :) . Das hilfsbereite und aufmerksame Personal besteht aus jungen Leuten mit viel Tatendrang und reichlich Ideen, und die Atmosphäre ist sehr unkompliziert und freundlich.
Von Pristina aus fuhren wir per Car über Prizren und Tirana an die albanische Küste nach Durres.
Durres, ein geschichtsträchtiger Ort mit einem sehr schönen Amphitheater und einer gut erhaltenen byzantinischen Mauer im Stadtzentrum. Die Altstadt befindet sich gleich hinter dem Hafen: von vielen Bars aus kann man einen herrlichen Ausblick hinaus aufs Meer geniessen. Bis in aller Frühe findet man etwas zu essen übrigens, was ich als sehr angenehm empfunden hab :). Das Hostel "Albion" ist für ein paar Nächte absolut zu empfehlen. Es ist ca. 2 - 3 km von der Altstadt entfernt und kostet daher auch viel weniger. Dafür hat man so die Gelegenheit, den Strand entlang bis ins Zentrum zu spazieren: kann sehr romantisch sein, und zudem gibt es auch da reichlich Bars, Discos und Restaurants. 



Die Strände waren leider oft unsauber, das Wasser allerdings stets schön und klar. Daher suchten wir tagsüber im Norden nach etwas saubereren und weniger bevölkerten Stränden, und wurden fündig :) . Diese befinden sich ungefähr bis zu 30 km von Durres entfernt. Wir fanden Stellen, wo man absolute Zweisamkeit geniessen kann - man hat den Strand für sich alleine :) . Und gleich daneben hat man die Gelegenheit, im Schatten seltener Nadelbäume (Rrushkull) der glühenden Hitze zu entfliehen -einfach wunderbar-. -Doch auch in Durres, unweit vom Amphitheater, am Ende einer phantastischen Strandpromenade (Volga) kann man kleine saubere Strände finden. Unglaublich, denn sie liegen im Zentrum und sind sauberer als diejenigen an den Stadtenden...
Die Strassen waren zum Teil ok, mancherorts jedoch ziemlich holprig. Störte uns jedoch nicht, im Gegenteil. Es waren recht abenteuerliche und aufregende Fahrten. Man darf es nicht eilig haben, dann ist der Strassenzustand überhaupt kein Problem :) .
Ein Tipp: Sarande. Es liegt im Süden, vis-à-vis von Korfu, ca. 120 km von Durres entfernt. 



Wir entschieden uns, mit der Fähre (Adria Ferries) nach Ancona weiterzureisen. Das Einsteigen verlief problemlos, aber auch nur, weil wir schon 3 Stunden vor Einschiffung bereits da waren :) . Die Zustände in der Fähre waren...naja....abenteuerlich, gelinde ausgedrückt :) . Viele Leute (manche mit ihren Haustieren) hatten sich in den verschiedenen Salons einquartiert und zum Teil Matratzen und Decken ausgebreitet...auch in den Gängen lagen überall Passagiere...es war ein totales Chaos, was wiederum eine Gelegenheit war, mal was anderes zu erleben und viele Leute kennenzulernen :) . -Tagsüber hatte ich noch Glück: ich konnte einen schönen, mittelgrossen bräunlichen Hai sichten, der sich nahe der Wasseroberfläche aufhielt und mit seiner markanten Rückenflosse durch das Wasser glitt ....es sind faszinierende Geschöpfe :) .
Die Fahrt dauerte ca. 21 Stunden und die Stimmung, obwohl sie stets gut war, wurde immer besser, je näher wir dem Ziel kamen.

In Ancona angekommen gings ab zum Bahnhof. Wir mussten uns beeilen, denn wir wollten einen bestimmten Zug noch erwischen, der auf direktem Wege nach Rimini fuhr (mit "Freccia Bianca"). -Der Bahnhof liegt ca. 2 km vom Hafen entfernt.
Übrigens: ich hätte mich nicht beeilen müssen,denn der Zug hatte 20 Minuten Verspätung :) .
In Rimini angekommen mussten wir uns um die Weiterfahrt nach San Marino kümmern. Ein Leichtes, denn die Bushaltestelle ist gleich beim Bahnhof zu finden. Die Fahrt nach Borgo Maggiore dauert ca. 50 Min.
Das Hostel "San Marino": purer Luxus. Ein super ausgestattetes Hostel mit viel Charme: sehr zu empfehlen. -Zu Fuss kann man vom Hostel aus die Seilbahn, die zum historischen Kern der Stadt San Marino führt (Fahrt ca. 2 Minuten), gut erreichen.
Der historische Stadtkern mit all den entlegenen und versteckten Gässchen und Nischen, sowie den verschiedenen Türmen, alles aus Stein, verzaubert einen total. Man ist wie ins Mittelalter zurückversetzt. Köstliche Speisen werden in der ganzen Altstadt serviert und das Panorama ist einfach nur herrlich. Ich kann San Marino wärmstens empfehlen. -Übrigens: der Bernstein und der Silberschmuck sind in San Marino im Vergleich zu anderen Ländern wie in Italien, zu viel niedrigeren Preisen erhältlich.

Nun denn, das ist eine kleine...eine sehr kleine Zusammenfassung. Sie ist absichtlich nicht allzu detailliert, aber trotzdem informativ genug.
Mit dieser Reise haben wir nun unsere Balkantrips komplettiert und fürs Erste abgeschlossen, obwohl es da noch vieles zu entdecken und zu bestaunen gäbe. -Wir waren in jedem Land dieser Region (siehe Karte unter der Rubrik "Travels") und konnten dadurch sehr wertvolle und informative Eindrücke gewinnen. Der Übergang von der islamischen zur christlichen Welt ist für mich seither ersichtlicher und auch verständlicher. Der geschichtliche Aspekt ist für mich sehr wichtig, aber auch die damit verbundene Architektur. Ebenfalls der geographische und der ökologische Aspekt faszinieren mich. Einzigartige Tier- und Pflanzenwelten die zum Teil nur an bestimmten Stellen vorkommen, sind eine Bereicherung, wenn man sie vor Ort bestaunen kann. -Vor allem deshalb reise ich so gerne. Ich will das Leben sehen, fühlen, riechen, verstehen....ich will die Zusammenhänge erkennen....und mich mit Freunden aus allen Nationen austauschen :) .
Franziska und ich werden uns nächstens in ganz andere uns noch unbekannte Regionen wagen, um weitere Kontraste erleben zu können. Da unsere geplante Weltumrundung noch lange nicht vervollständigt ist, braucht es noch viele Reisen und gute Ideen. Aber wie heisst es so schön? -Der Weg ist das Ziel :)
Wo der nächste Trip wohl hinführen wird?
bis bald